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Geschichten der Hoffnung

Die Frauen an vorderster Front in Haiti.

Treffen Sie die mutigen Frauen die eine Führungsrolle bei unserer Antwort auf die geschlechterbezogene Gewalt in Haiti innehaben

In Haiti bewältigen die Frauen und die Mädchen derzeit eine wachsende Welle der geschlechterbezogenen Gewalt, ausgelöst durch die politische Krise im Land, die Verschlechterung der Sicherheitslage, die wachsende Armut und die Covid-19 Einschränkungen. Kürzlich hat ein Erdbeben die südliche Region erschüttert und zu einer dramatischen Verschlechterung der Lage geführt. 

Wir arbeiten im ganzen Land mit Radiostationen der EU zusammen und teilen Informationen über Frauenrechte und darüber wie man Fälle der geschlechterspezifischen Gewalttätigkeiten meldet und verbreiten dabei Mitteilungen der öffentlichen Gesundheit darüber wie man die Verbreitung des Covid-19 Virus bekämpfen kann.  Wir stellen sichere Plätze und WhatsApp Gruppen zur Verfügung, die die Frauen dabei helfen sich gegenseitig zu unterstützen und ihre Geschichten von gewalttätigen Ehemännern sowie die Informationen über mögliche Hilfeleistungen mit anderen Menschen zu teilen.

 

Marjorie Colo

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Marjorie Colo, 40 Jahre alt, moderiert jeden Sonntag am Nachmittag eine Radiosendung über die Gleichheit der Geschlechter. Sie benutzt diese Plattform, um die Frauen zu ermutigen ihre Rechte zu verteidigen und für den Wandel zu kämpfen. Eines der Ziele ihres Programms ist es die Frauen, die der häuslichen Gewalt entkommen sind, dazu zu ermutigen das was geschehen ist anzuzeigen. Während der Covid-19 Pandemie hat sie ihre Plattform auch dafür benutzt, um eine Sensibilisierungskampagne rund um das Virus zu führen. Marjorie hat die negativen Auswirkungen der Pandemie auf ihre Gemeinschaft, insbesondere auf die Frauen hautnah erlebt:

"Ich bin stolz, dass ich meine Gemeinschaft unterstütze", hat sie zu uns gesagt. "Ich bin jedes Mal stolz, wenn wir für die Frauen in der Gemeinschaft etwas Nützliches tun.

Ich möchte, dass jede Frau das Sagen hat, dass sie für ihre Rechte kämpft und dass alle Leute um sie herum ihre Rechte respektieren. Zusammen können wir das erreichen!"

 

Noel Kerline

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Noel Kerline, 47 Jahre alt, ist Mitglied einer Gruppe von Leader-Frauen und sie ist Teil eines Landwirtschaftsverbands genannt Asosyasyon Peyizan Vallue (APV).

Indem sie mit ActionAid Haiti und anderen Mitgliedern der APV zusammenarbeiten, ging sie von Tür zu Tür, um die Mitglieder der Gemeinschaft über das Covid-19 Virus zu informieren und dabei zu erklären wie man sich dagegen schützen kann.

Wegen der Pandemie wurde es für die Gruppe unmöglich sich zu treffen und die eigenen Tätigkeiten persönlich zu planen. Um die Weiterführung der Tätigkeiten zu gewährleisten, haben Noel und ihre Kameraden eine WhatsApp Gruppe benutzt, um untereinander Informationen zu teilen. Auch die Menschen, die in der Gemeinschaft leben, sind dazu eingeladen WhatsApp zu benutzen, um sich mit Noel und der Gruppe in Kontakt zu setzen, wenn sie Hilfe benötigen.

"Wir haben der Gemeinschaft erklärt, wie man sich die Hände wäscht, die Versammlungen meidet und die soziale Distanzregeln einhält, um die Verbreitung des Virus zu stoppen.

Da wir nicht persönlich an die Treffen gehen können, bleibt uns nur die Kommunikation mittels WhatsApp oder Telefon übrig. Unsere WhatsApp Gruppe hilft uns dabei, Informationen über das Coronavirus mit anderen Leuten zu teilen und uns gegenseitig zu informieren, wenn einer von uns ein Problem hat".

 

Mona Desir

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Mona Desir, 47 Jahre alt, ist eine Krankenschwester, die unentgeltliche Pflege leistet an die, die sie benötigen. Zahlreiche Menschen in ihrer Gemeinschaft können sich keine ärztliche Betreuung leisten: Mona pflegt die Menschen gratis. 

Mona arbeitete ausserdem, um Informationen über das Covid-19 zu verbreiten und die Menschen diesbezüglich zu sensibilisieren, bevor die Regierung die Massnahmen einführte, um die Verbreitung des Virus zu stoppen.

"ActionAid hat mir dabei geholfen, meine Kompetenzen zu entwickeln. Nachdem ich an die von ActionAid Haiti zur Verfügung gestellten Schulungen teilgenommen habe, habe ich das was ich gelernt habe mit anderen Menschen innerhalb meiner Organisation und mit der Gemeinschaft geteilt".

Wie in vielen anderen Orten in der ganzen Welt hat Mona Desir beobachtet, wie die Gewalt gegen Frauen während der Pandemie in schockierender Weise gewachsen ist.

"Wenn die Frauen nicht zur Arbeit gehen können, so bleiben Alle zu Hause. Dabei laufen die Frauen und die Mädchen die Gefahr, Gewalt zu erleben”, erklärt Sie.

Haiti ist das ärmste Land in der westlichen Hemisphäre. Seine sanitäre Infrastruktur leidet über die viele Jahren der Vernachlässigung und die fehlenden Finanzierungen. Nur 40-60% der Bevölkerung hat Zugang zu den Sanitätsdiensten.

Die von Frauen geführten Organisationen und Netzwerke stehen in der Pandemie und in der Reaktion auf das Erdbeben an vorderster Front. Die wachsende Anzahl von Fällen der Sexual- und geschlechtsspezifischen Gewalt erfordert dringende Finanzierungen der Dienststellen die Frauen und Mädchen schützen. 

Haiti wurde kürzlich durch ein tragisches Erdbeben verwüstet. Klicken Sie hier um mehr über unsere Antwort auf die Krise und darüber wie Sie helfen können zu erfahren.

 

Fotografische Kredite: Fabbiene Douce/ActionAid
Dieser Artikel wurde ursprünglich von ActionAid International, "Meet the women on the frontlines of the Covid-19 crisis and rising gender-based violence in Haiti”, 05/03/2021 veröffentlicht.