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Horn von Afrika: die Dürre, über die nicht gesprochen wird

Eine dreifache Bürde für Frauen und Mädchen.

Das Horn von Afrika ist eine Region, die häufig und regelmäßig von Dürre und Hungersnöten heimgesucht wird. Seit 2015 sind Somalia, Äthiopien und Kenia von einem klimatischen Phänomen betroffen, das unter dem Namen El Niño traurige Berühmtheit erlangte und den Ausfall der Regenzeit bewirkte. Dies führte zu einer schweren Dürre, die wiederum den Verlust der Ernte und einen schwerwiegenden Nahrungsmittelmangel verursachte sowie zur Verbreitung von Krankheiten wie Cholera und schweren Formen der Ruhr beitrug. Mehr als 16 Millionen Menschen waren von einer schwerwiegenden Nahrungsmittelknappheit betroffen.

ActionAid hat wie folgt sofort eingegriffen:

  • An mehr als 316’000 Menschen wurden Grundnahrungsmittel verteilt, wobei man sich anfangs auf die Versorgung mit Mais, Reis, Hülsenfrüchten und Öl konzentrierte.
  • Um die Verbreitung von Krankheiten in Verbindung mit der Nutzung von nicht trinkbarem Wasser einzudämmen, wurde die Wasserversorgung von 59’600 Menschen garantiert, indem Brunnen und Leitungen repariert und Kanister für die Lagerung bereitgestellt wurden.
  • Um die Hygienebedürfnisse von Frauen und Mädchen zu befriedigen, wurden mehr als 5’000 Hygienesets verteilt, die u. a. Seife, Unterwäsche und Monatsartikel enthielten.

Ein Jahr später ist die Lage immer noch dramatisch

Trotz der Maßnahmen sind aufgrund der ungünstigen Klimabedingungen leider immer noch 14,6 Mio. Menschen dem Risiko zu verhungern ausgesetzt, und mehr als 690’000 Kinder leiden an einer schweren Mangelernährung. Mit der Verschärfung des Klimawandels werden diese Ernährungs- und Wasserkrisen leider immer häufiger und mit immer schwereren Folgen auftreten.

Die dreifache Bürde der Frauen

Wie fast immer bei Katastrophen sind Frauen am stärksten gefährdet: „Die Frauen und Mädchen in den von der Dürre betroffenen Regionen Kenias müssen immer weitere Wege zurücklegen, nur um Trinkwasser zu holen, Nahrungsmittel zuzubereiten und zu waschen und laufen Gefahr, unterwegs Gewalt und Missbrauch zum Opfer zu fallen. Als Folge der Dürre tragen Frauen und Mädchen in einigen Fällen eine dreifache Bürde: Sie müssen versuchen zu überleben, sich um ihre Familien kümmern und sich vor Gewalt schützen“, so Ruth Masime, Policy Manager von ActionAid in Kenia.

Katastrophenhilfe und Krisenbewältigung

Wie bei allen Notfällen umfasst der Ansatz von ActionAid zwei Aktionslinien: sofortige Katastrophenhilfe und langfristige Krisenbewältigung. Um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzutreten, müssen die Fähigkeiten der am meisten gefährdeten Gemeinschaften, Dürren zu meistern, verbessert werden. Aus diesem Grund widmet ActionAid einen bedeutenden Teil seiner Arbeit der Ausbildung der Gemeinschaften zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Techniken und zur Schaffung von Alternativen für die Sicherung des Lebensunterhalts und zur Erschließung von nachhaltigen Wasserquellen.

Wissenswertes

Ende September 2017 hatte ActionAid mit seinen Maßnahmen:

  • 43’395 Menschen in Äthiopien
  • 153’315 Menschen in Kenia
  • 64’079 Menschen in Somaliland

Insgesamt also 260’789 Menschen– geholfen.