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Der Ebola-Virus kehrt in die Demokratische Republik Kongo zurück

Frauengruppen führen den Kampf gegen die Fehlinformationen.

Die Leader-Frauen die wir ausgebildet haben, sind zuversichtlich und bereit diesen neuen Seuchenausbruch zu bekämpfen

Ein Netz von lokalen Frauengruppen, die durch ActionAid während der letzten Ebola-Pandemie als Sanitäterinnen ausgebildet wurden, arbeiten daran, die Verbreitung der tödlichen Krankheit vorzubeugen, die in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) zurückgekehrt ist.

Yakubu Mohammed Saani, nationaler Direktor von ActionAid DRK, sagt, dass eine der grössten Herausforderung bei der Vorbeugung der Ebola- und Covid-19-Pandemie darin bestehe, die Fehlinformationen über die Krankheit und die Impfstoffe zu bekämpfen.

"Die falschen Nachrichten und Fehlinformationen über Ebola, Covid-19 und die Impfstoffe sind verbreitet und innerhalb der Gemeinschaften besteht grosses Misstrauen", sagt Saani. 

"ActionAid arbeitet derzeit mit lokalen Partnern und Frauengruppen im nördlichen Kivu zusammen, um lebensrettende Ratschläge der öffentlichen Gesundheit innerhalb ihrer Gemeinden miteinander zu teilen. Wir wissen aus unserer Reaktion auf die letzte Ebola-Pandemie und auf Covid-19, dass dies das beste Mittel ist, um Vertrauen zu schaffen und die Schwächsten zu erreichen. Dadurch, dass wir die letzte Pandemie früheren Pandemien erfolgreich bekämpft haben, sind wir bereit den derzeitigen Ausbruch von Ebola in Angriff zu nehmen. Trotzdem müssen die Menschen in der DRK zahlreiche Gesundheitskrisen und wachsende Gewaltphänomene und Unsicherheiten bewältigen. Die Krankheit wird sich innerhalb der Flüchtlingslager schnell ausbreiten und die Frauen und Mädchen gehen ein erhöhtes Risiko ein der Sexual- und geschlechtsbezogener Gewalt ausgeliefert zu sein".

Unter den am meisten verbreitetsten Trugschlüsse über Ebola findet man die Überzeugung, dass es sich um einen Fluch oder um eine dämonische Besessenheit handelt, die von einem Pfarrer geheilt werden kann, und zahlreiche Menschen glauben, dass das Covid-19 gar nicht existieren würde oder sich in Afrika gar nicht ausbreiten könne. Durch die verbreiteten Falschwahrnehmungen über die Impfstoffe glauben viele Menschen, dass diese die Frauen unfruchtbar und die Männer impotent machen können und dass sie geschaffen wurden, um die Leute umzubringen, anstatt um sie zu schützen.

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Da viele Menschen in den abgelegensten Regionen keinen Zugang zu Fernsehen haben, benutzt ActionAid die lokalen Radiostationen, um Ratschläge über die öffentliche Gesundheit zu teilen, mit dem Ziel den Ebola-Virus zu bekämpfen, dabei werden 500.000 Menschen in Nyiragongo im Norden von Kivu erreicht.

Ausserdem haben wir im Nyiragongo zahlreiche Frauen über die Vorbeugung der Verbreitung des Ebola- und Covid-19 Virus ausgebildet und wir verteilen an die Familien in fünf Regionen Hygiene-Kits, einschliesslich Desinfektionsmittel für die Hände und Gesichtsmasken. Die lokalen Partner haben Waschanlagen für Hände installiert und den Zugang zu frischem Wasser ermöglicht.

Die Leader-Frauen haben auch eine Ausbildung erhalten über die Fälle von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. ActionAid hat die Gemeinde von Nyiragongo dabei unterstützt im Bau eines Zentrums der Frauen-Leadership, der als sicherer Ort für die Frauen dient, damit diese die zu bewältigenden Probleme, einschliesslich die geschlechterbezogene Gewalt, teilen können.

Apropos von der Provinz des nördlichen Kivu, wo zu Beginn dieses Monates neue Ebola-Fälle entdeckt wurden, sagt Cecile Kasoki, die Verantwortliche des Projekts ActionAid DRC:

“Die Menschen im nördlichen Kivu haben vor dieser Ebola-Pandemie Angst, insbesondere während des Covid-19 und der durch die Pandemie verursachten Wirtschaftskrise. Sie fürchten, dass es keine Ressourcen geben wird, um diese neue Drohung zu bekämpfen und dass die Internationale Gemeinschaft die ärmlichen Länder wie die DRK nicht unterstützen wird, während sie darin beschäftigt ist in ihren eigenen Ländern die Pandemie in Griff zu bekommen”.

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Weiter fügt sie hinzu: "Die Leader-Frauen die wir ausgebildet haben sind zuversichtlich und bereit die neue Pandemie zu bekämpfen. Sie sind daran, die traditionellen Barrieren aus dem Weg zu räumen, die das was den Frauen gesagt wird, was sie dagegen tun können, einschränken.  Ihre Gemeinschaften vertrauen ihnen, aber es gibt noch viel zu tun in Bezug auf Unterstützung der Menschen, um sich vor dem Ebola- und Covid-19 Virus zu schützen".

 

Ursprünglich von ActionAid International veröffentlichter Artikel, “Women’s groups lead the fight against misinformation as Ebola returns to DRC”, 24/02/2021.
Photo credit: Natasha Mulder